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Achtung: Dies ist ein privates Tagebuch, das ich für Freunde und Bekannte führe. Es lag nicht in meiner Absicht, dass die URL offenbar über professionelle Medien weiterverbreitet wurde. Bitte schicken Sie mir keine Suchanfragen nach Leuten in Sri Lanka, zu denen Sie keinen Kontakt bekommen können, denn ich vermag Wünschen beim besten Willen nicht nachkommen. Ich hoffe, dass es Ihren Lieben gut geht und sich deren materielle Schäden in Grenzen halten. Auch im Fall von Spenden kann ich keine "direkten" Wege nennen - wenden Sie sich an die bewährten Organisationen, die hier vor Ort einen hervorragenden Job machen.

Die Springflut (1 von 3)

Sonntag, 27.12.04, morgens 9 Uhr. Eine erste Welle rast auf die Insel zu. Um Sumatra, 1600 km entfernt, hat es ein Ozeanbeben gegeben.

Die Ostküste von Sri Lanka wird hart getroffen, aber selbst auf der Westseite (Hikkaduwa und Galle) kommt sie noch mit einer großen Wucht an. Alle wundern sich, denn das Wetter ist prima, Sonnenschein, kein Sturm, nichts.

Eine halbe Stunde später schwappt die zweite Weller herbei. Bei steigt der Wasserspiegel innerhalb einer halben Minute um 3 - 4 m. Am Strand werden weniger stabile Gebäude komplett zerstört. PKW, LKW und Busse treiben auf der Welle. Kleine Schiffe schwimmen über die Hauptstraße.

Strom fällt aus. Kein Telefon funktioniert mehr. Die Wasserleitung an der Küstenstraße ist zerbrochen, die Brunnen in Ozean-Nähe laufen voller Dreckwasser und Abfall.

Die Katastrophe beschränkt sich auf einen etwa 100 - 150 m breiten Küstenstreifen. Dahinter ist alles so, wie es vorher war.

Schlagartig ändert sich das Leben der Menschen in den zwei bis drei Gebäudereihen parallel zum Strand: tausende Existenzen sind vernichtet, Touristen fliehen in Panik mit nicht viel mehr als dem, was sie am Leib haben, und suchen sich Unterkünfte. Nachmittags schon beginnt sich der Mob zusammenzurotten, um zu plündern. Andererseits sieht man gegenseitige Hilfe, sogar den Ausländern gegenüber.

Die Regierung verhängt eine Ausgangssperre, aber Polizei und Militär setzen die Ordnung nicht mal am kommenden Tag erfolgreich durch.

Hier die Bilder von Hikkaduwa, die ich am 26.12.04 gegen 14.30 h aufgenommen habe.

Bei uns in der Gegend (Thiranagama) sieht es nicht ganz so schlimm aus. Hier liegt der Strand einen Meter höher als an vielen anderen Stellen der Hikkaduwa Beach.

Die Mauern hat das Wasser aber auch in den am wenigsten betroffenen Strandabschnitten umgedrückt.

Hier gibt es einen Streit zwischen Plünderern und Leuten, die das Eigentum ihrer Familien oder Nachbarn schützen wollen. Ich sehe zu, dass ich nicht zu lange dort herum laufe, die Jungs sind gefährlich.

Am Coral Gardens Hotel.

In der Lücke stand am Morgen noch ein Haus.

Dieselbe Stelle von der anderen Seite betrachtet - rechts das Hotel.

 

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